Die Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) organisierte diese Tagung gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen wie Holzindustrie Schweiz und WaldSchweiz. Rund 100 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz kamen zusammen, um sich über die Zukunft der Schweizer Waldbewirtschaftung auszutauschen. Verschiedene Referenten beleuchteten das Thema aus wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und praktischer Perspektive – auffallend war dabei, dass ausschliesslich Männer auf dem Podium vertreten waren und Frauen nur etwa 5 % der Teilnehmenden ausmachten.

Im Anschluss an die Vorträge führte ein Parcours durch den angrenzenden Wiliwald. An verschiedenen Waldständen wurden unterschiedliche Managementstrategien vorgestellt, beispielsweise die Pflege von Weisstannen (Abies alba) oder die gezielte Belichtung eines überwachsenen Fichtenbestandes (Picea abies).

Den Abschluss bildete ein Symposium, bei dem Vertreter:innen aus Bund und Kantonen sowie Waldbesitzer:innen und Waldbewirtschafter:innen miteinander diskutierten.

Für mich persönlich war besonders spannend, die Vielfalt der beteiligten Akteur:innen zu erleben. Die Interessen und Ziele unterscheiden sich teilweise stark: Einige möchten Forschung betreiben, andere setzen auf klimaresiliente Baumarten aus dem Ausland, wiederum andere fokussieren sich auf hochwertiges Holz für Qualitätsprodukte oder entwickeln Maschinen, um auch minderwertiges Holz effizient nutzen zu können. Manche besitzen den Wald, andere bewirtschaften oder nutzen ihn, während weitere über ihn forschen. Umso wertvoller erschien mir, dass all diese Gruppen zusammenkamen, um gegenseitiges Verständnis für die jeweiligen Herausforderungen und Perspektiven zu schaffen.

Ebenfalls eindrücklich war die Erkenntnis, dass Waldbewirtschaftung eine Kunst für sich ist und sich die Natur nie vollständig kontrollieren lässt. Es handelt sich um ein fragiles Gleichgewicht, in dem es selten ein eindeutiges „richtig“ oder „falsch“ gibt, sondern vielmehr unterschiedliche Ansichten darüber, wann, wo und in welchem Ausmass Eingriffe sinnvoll sind. Letztlich geht es darum, einen gemeinsamen Konsens zu finden, um eine langfristig nachhaltige Waldbewirtschaftung zu ermöglichen.

Text: Dr. Samuel Hepner